Fort Hood
So… hier noch mal mein Artikel – allerdings lasse ich zu diesem keine Kommentare zu. Er drückt lediglich aus was ich empfinde… Krieg macht die Menschen kaputt (hat eine liebe Freundin gesagt) – deswegen muss das alles irgendwie aufhören!
05.11.2009, Fort Hood, Killeen, Texas, USA – ein Militärpsychologe schießt mit 2 Waffen in einem öffentlichen Gebäude um sich. Tötet 12 Soldaten und verletzt viele Menschen. Er selber liegt schwer verletzt im Krankenhaus.
Meine Schwester wohnt in Killeen, Gott sei Dank nicht „on poste“ sondern sie und ihre Familie haben sich ein Haus „off poste“ gekauft. Meine Schwester, meine Mutter und die Kinder waren gestern zuhause. Sie waren vorgestern schon beim einkaufen auf dem Posten. Sie hat mir nur kurz über Skype gestern Abend die Nachricht geschickt dass ich CNN einschalten soll… jetzt ist die Gedankenlawine am rollen.
Als erstes: In Gedanken bin ich bei den Familien der getöteten Soldaten, bei den Verletzten und bei den anderen Menschen die diese Tat mit ansehen mussten. Und bei den Menschen die tagtäglich dort leben und jetzt damit klar kommen müssen dass an einem eigentlich als sicher geltenden Ort so was JEDERZEIT wieder möglich ist.
Und ich bin bei dem Täter. Der nicht tot ist, der im Krankenhaus liegt und vermutlich überleben wird. Irgendwie tut mir dieser Mensch wahnsinnig leid. Er hat Soldaten mit dem PTSS (Posttraumatisches Stress Syndrom) vor und nach Einsätzen im Irak und in Afghanistan behandelt (zumindest sind das die Informationen die ich habe) und hätte anscheinend demnächst selber in den Irak sollen.
Ich glaube nicht an diese Gerüchte dass es sich um einen Terroranschlag handelt… ich glaube dem armen Mann sind die Nerven durch gegangen. Wie vielen Soldaten die Nerven durch gehen. So richtig offizielle Zahlen zum Thema Selbstmord in der Armee gibt es wohl nicht. Also es gibt sie vermutlich schon, aber veröffentlicht werden die nicht. Aber normalerweise bringen sich die Soldaten „ja auch nur selber um“ – und das kann man eher mal ein bisschen unter den Teppich kehren… aber dieser Mann ist durchgedreht und hat viele Menschen in den Tod gerissen – und die Nachricht hat sich rasend schnell um die ganze Welt verteilt… Das kann man nicht mehr unter den Teppich kehren. Guckt jetzt vielleicht jmd. mal genauer hin? Meines Erachtens nach ist das eine Folge der unglaublichen physischen und psychischen Strapazen denen diese Soldaten ausgesetzt sind.
Klar… man könnte jetzt sagen – die verdienen ja ihr Geld damit. Haben doch freiwillig unterschrieben, so ist das halt… aber ich glaube keiner der Jungs und Mädels freut sich über den Krieg und die Einsätze die sie mittlerweile ableisten müssen. In manchen Ländern ist die Armee die eine der wenigen Möglichkeiten z.B. aus einer sozial schwachen Familiensitutaion vielleicht raus zu kommen um den eigenen Kindern dann mal was besser zu bieten. Gerade in Ländern in den denen es eine Berufsarmee gibt ist das ein großes Thema.
Wieso gibt es diese Kriege überhaupt? Das heere Ziel eines jungen Soldaten ist doch das eigene Volk zu schützen… aber müssen wir denn geschützt werden? Klar, die Situation ist angespannt – aber bevor unser Land nicht konkret angegriffen wird, warum müssen wir uns denn einmischen? Mag jetzt blauäugig klingen – aber, warum müssen sich die POLITIKER in alles mögliche einmischen? Mir gehen dieses ganzen Themen Macht, Öl, Geld, Globalisierung, Religionen total auf den Keks. Zumal ich der Meinung bin dass wir als normaler Bürger nicht mal ein drittel der Vorgänge kennen die sich da auf weltpolitischen Parkett abspielen (einen tollen Blogartikel hat hierzu die liebe @rachelzwitscher verfasst: http://rachellindenbaum.de/953/wirtschaftsgrippenschweineimpfungskrise) Nicht die Politiker müssen dann in die Krisengebiete und täglich ihr Leben riskieren – sondern die Soldaten. Sie sind für ein Jahr getrennt von ihrer Familie, arbeiten teilweise 18 Std. am Tag und haben keinen Urlaub (ist ja auch sinnlos im Krisengebiet im Zimmer zu sitzen und die Wand anzustarren), sehen tagtäglich Leid, Elend, Not, Tod und haben tagtäglich vielleicht sogar Angst um das eigene Leben. Nach einem Jahr (mit Glück vllt. mit 2 Wochen Heimaturlaub) kommen die Soldaten wieder heim. Zu ihren Kindern die wieder ein Jahr ohne einen Elternteil älter geworden sind, zu ihren Ehepartnern die sie ein Jahr vermisst haben, die aber trotz Skype und Telefon soviel nicht mitbekommen haben und vielleicht auch nicht mitbekommen dürfen da sie sich sonst beim nächsten Auslandseinsatz ja noch viel mehr Sorgen machen würden. Die Soldaten kommen heim und müssen lernen erstmal wieder runter zu kommen. Ich weiß von Soldaten die nachts in Kampfposition aus den Betten springen – beim kleinsten Geräusch… so groß ist deren Anspannung auch Wochen nach der Rückkehr.
Ich selber war schon im Fort Hood, ich kenne einige Soldaten und mein Schwager ist aktuell im Irak. Ich bin in Gedanken bei Ihnen.
Harry Potter
Gestern Abend war ich noch in Harry Potter und der Halbblutprinz. Ich liebe die Bücher und finde auch die Filme gut umgesetzt. Der 6. Teil hat mir gut gefallen auch wenn ich ihn weniger actionreich als den 5. Teil fand. Stellenweise war es ziemlich gruselig, manchmal die Witze etwas platt und die Szenen zwischen Harry und Ginny einfach nur schön.
Da kommen wir aber auch schon zu meinem Hauptproblem. Ich bin mit M. ins Kino gegangen. Ich dachte wir wären schon soweit – doch weit gefehlt. Die hübschen kleinen Verliebtheitsszenen, das Kino, er neben mir – ohne die vertrauten Berührungen – all das hat mich traurig gemacht. So traurig dass ich heute noch weinen muss – über das was ich verloren habe. Obwohl ich weiß dass es eigentlich besser ist.
Was lerne ich daraus: Wir sind noch nicht soweit. Kino geht nicht!